März 30th, 2011

Internationale Krisenherde belasten das Reisegeschäft von TUI

Unruhen in Tunesien und Ägypten hatten zuletzt zu starken Belastungen für die großen Reiseveranstalter geführt. Auch die deutsche TUI AG wurde davon schwer getroffen: 110 000 Reisen mussten im Raum Nordafrika aus dem Programm genommen werden, den Schaden dadurch schätzt die Firma auf 29 bis 35 Milliarden Euro. Auch die jüngste Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan hat die Nachfrage nach den als lukrativ geltenden Fernreisen in dieses Land nahezu auf Null reduziert. Und es sieht nicht so aus, als sei das Problem schnell wieder in den Griff zu bekommen. Doch nicht nur deswegen erwartet man bei TUI weitere Belastungen.

Tui bildet Millionenrückstellungen

Um auf kommende Katastrophen und politische Spannungsfelder finanziell vorbereitet zu sein, kalkuliert die englische Reisetochter von TUI mit 30 bis 40 Millionen Pfund (34 bis 45 Millionen Euro) – jährlich. Die werden in erster Linie dafür gebraucht, kurzfristige Umbuchungen und Stornierungen aufzufangen. Auf fragen-welt.com werden all diese Themen derzeit heiß diskutiert. Naturkatastrophen werden statistisch gesehen seit den 1950er Jahren nämlich immer häufiger, wie die Naturkatastrophenstatistik der Münchner Rück zeigt. 2010 sei demnach ein Rekordjahr gewesen. Da solche Risiken auch massive Rückwirkungen auf den Tourismus haben, hat TUI nun reagiert. Ob die veranschlagten 30 bis 40 Millionen Pfund jedoch ausreichend sind, bezweifeln Experten.

Kein Ende der politisch instabilen Lage in Nordafrika

In Ägypten zieht das Reisegeschäft nach Angaben von TUI zwar langsam wieder an, Probleme bereitet aber immer noch die Lage in Tunesien – immerhin war dieses Land eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. 82 Prozent lehnen nach einer Focus-Umfrage Reisen in das Land derzeit ab. TUI-Chef Böttcher hält aber mittelfristig an den Reisezielen in Nordafrika fest: „Hunderttausende Menschen, vom Barkeeper bis zu den Händlern, leben vom Tourismus“, wie er in einem Focus-Interview sagte. Die Kampfhandlungen in Lybien dagegen treffen den Reisekonzern eher indirekt. Anhaltende Kämpfe in dem Land könnten die Erholung in den benachbarten Reiseländern Tunesien und Ägypten beeinträchtigen. Lybien selbst hat als Reiseland für TUI nur eine Nischenbedeutung: Über Drittveranstalter werden Expeditionen und Rundreisen verkauft.

Weiterhin hohe Reiselust

Die Reiselust der Deutschen ist indes nicht zurück gegangen. Die Urlauber weichen vielmehr auf andere Länder aus. Vor allem jetzt zu Ostern sind die Betten in den klassischen Mittelmeer-Reiseländern Spanien, Italien und Portugal sehr gut ausgelastet. Auf den Kanaren gilt es in der Branche als nahezu unmöglich, noch einen Platz zu ergattern. „Das Geschäft mit Urlaubsreisen boomt wie lange nicht“, ließ der Konzern Anfang März wissen. Daher halte man auch weiterhin am Gewinnziel für 2011 fest. Langfristig will der Konzern weniger auf klassische Pauschalreisen und vermehrt auf kundenindividuelle Lifestyle-Hotels setzen.

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